Refertilisierung durch Wiederanschlussoperation

In den meisten Fällen ist eine neue Partnerschaft der Grund dafür, dass Männer, bei denen eine Sterilisierung (Vasektomie) durchgeführt wurde, diesen Eingriff wieder rückgängig machen wollen. Aber auch Entzündungen der Samenleiter oder Verletzungen können einen Verschluss der Samenwege bewirken und eine Refertilisierung notwendig machen.

Definition/Ursache

Eine Refertilisierung ist die einzige Möglichkeit, die durchtrennten oder verschlossenen Samenleiter zu verbinden bzw. zu öffnen und den Mann auf natürlichem Wege wieder zeugungsfähig zu machen. Die am häufigsten angewandten Methoden sind die Vasovasostomie und die Tubulovasostomie.

Diagnose

Beide Methoden sind höchst anspruchsvolle Operationen, die großes Wissen, Erfahrung und Geschick voraussetzen und nur unter Vollnarkose durchgeführt werden. Daher sollten beide Partner vor einer geplanten Refertilisierung abkären, ob auch die übrigen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft gegeben sind.

Behandlung

Bei der Vasovasostomie werden durch zwei Einschnitte im Hodensack die Enden der Samenleiter freigelegt und auf ihre Durchgängigkeit untersucht. Danach werden die Samenleiter wieder zusammengefügt und sind dadurch wieder für den „Transport“ der Samenflüssigkeit geeignet. Ein mehrschichtiges Nahtverfahren sorgt dabei für höchste Sicherheit und Durchgängigkeit.

Eine Tubulovasostomie ist dann notwendig, wenn sich während der Operation zeigt, dass ein Nebenhodenkanal verschlossen ist. In diesem Fall wird einer der beiden Samenleiter direkt mit dem Nebenhoden verbunden, um die gewünschte Durchlässigkeit zu erreichen.

Nach dem Eingriff sollte für einige Zeit auf sportliche Aktivitäten und schwere körperliche Anstrengungen verzichtet werden.

Erfolgsaussichten

Nach einer Refertilisierungsoperation werden im Abstand von einigen Wochen Samenanalysen durchgeführt, um Aufschluss über die Spermienqualität und den Erfolg des Eingriffes zu erhalten. Ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg ist die Zeitspanne zwischen der Sterilisation und der Wiederanschluss-Operation. Liegen zum Beispiel fünf Jahre dazwischen, so kann eine Schwangerschaftsrate von 76 Prozent erzielt werden, ist der zeitliche Abstand länger, so sinkt die Schwangerschaftsrate deutlich ab und liegt zehn Jahre nach einer Vasektomie bei unter 50 Prozent. Dies kann allerdings auch mit dem Alter eines oder beider Partner zu tun haben.

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