Wenn die Erektion schnell wieder verschwindet

Wenn die Erektion schnell wieder verschwindet? Fast jeder fünfte Mann zwischen 30 und 80 Jahren leidet unter Erektionsstörungen. Etwa 25 bis zu 78 Prozent davon können venös bedingt sein. Während Durchblutungsstörungen als mögliche Ursache bekannt sind, kann ein venöses Leck oft unerkannt bleiben.

 

Venöses Leck beeinträchtigt den penilen Blutfluss

Erektionsstörungen kann im Zusammenhang mit einem zu schnellen Blutabfluss aus dem männlichen Glied stehen. Im Inneren des Penis existieren Venen, die sich durch ihre Elastizität dem jeweiligen Blutstrom anpassen. Verlieren die Venen an Flexibilität
 kann das Blut nicht ausreichend gehalten werden. Dieser Vorgang wird als venöses Leck
 bezeichnet.

Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, sind mögliche Auslöser, denn sie schädigen die empfindlichen arteriellen Blutgefäße im Penis. Als Folge können diese sich nur noch unzureichend füllen.

Der Blutabfluss ist entscheidend um einen Blutstau im Penis zu erzeugen. Der gesteigerte Blutzufluss erzeugt ein Anschwellen der Schwellkörper, welche die Venen verschließen, wodurch ein vorübergehender Blutstau entsteht. Dadurch kommt es zur Versteifung des Glieds – der Erektion.

Diagnose

Mittels Ultraschalluntersuchung oder über das Injizieren von Kontrastmitteln (Pharmako cavernosometrie und Pharmakokavernosographie) wird dieses Leck diagnostiziert.

Eine solche Untersuchung hilft um die genaue Störung des Blutflusses zu ermitteln und eine  Therapie zu bestimmen. Neben einem venösen Leck können noch andere Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen, die häufiger als Ursache identifiziert werden, wodurch das Leck selbst oft unerkannt bleibt.

 

 Behandlung

Ist eine medikamentöse Behandlung ungeeignet, wird das Leck über eine Katheterbehandlung mit einem Gewebesklerosierungsmittel verschlossen, beziehungsweise verringert. Dazu wird in einem ambulant durchgeführten Eingriff über die
 Penisvene ein Katheter eingeführt und die betroffenen Venen verschlossen. Eine stationäre Aufnahme 
ist dazu meist nicht notwendig. Allerdings kann es zu Schwellungen im Genitalbereich kommen, die
  aber nach kurzer Zeit abklingen. Auch wenn das venöse Leck verschlossen wurde, bedeutet dies nicht, dass auf Dauer die Elastizität der Vene oder anderer Venen, beziehungsweise der Verschluss erhalten bleibt. Daher empfiehlt sich eine regelmäßige Verlaufskontrolle durch den Urologen.

Da es sich bei Eingriffen um invasive Methoden handelt, existiert immer ein Risiko der Beschädigung von Gewebe. Der Einsatz des Sklerosierungsmittels hingegen wird bezogen auf Risiken in der Literatur als gering eingeschätzt. Meist geht der Eingriff mit kurzzeitigen Schwellungen einher, welche jedoch schnell wieder abklingen.